Mitterkaiser-Nordwand
Geburtstagstour mit Julian, die ich in positiver Erinnerung behalte. Die Anregung habe ich mir wohl in der verlinkten Beschreibung bei krxln.de geholt und ein wenig habe ich auch in meinem alten Kaiserführer von Markus Stadler und auf seiner Internetseite gestöbert. Richtig gründlich haben Julian und ich uns aber beide nicht vorbereitet.
So starten wir um 09:15 Uhr vom Parkplatz nahe der Latschenölbrennerei ins Kleine Griesnerkar, da ich überzeugt bin, dass der Einstieg von dort erreicht wird. Auch deutliche Schwierigkeiten, das mit den nur flüchtig gelesenen Beschreibungen in Einklang zu bringen, lassen mich diese Annahme nicht in Zweifel ziehen. Erst nach einer knappen halben Stunde und guten 200 Hm muss ich einsehen, dass hier etwas nicht stimmen kann. Also zurück auf Start. Der richtige Weg ist leicht zu finden.
Nach dem Zustieg durch ein Bachbett geht's um 10:30 Uhr los mit ein paar Metern schöner Kraxelei. Es folgt eine steile, schrofige Rampe. Ziemliches Kackgelände. Ich habe es mir allerdings noch schlimmer vorgestellt und komme jetzt ganz gut damit zurecht. Julian dagegen ist unangenehm überrascht.
An den weiteren Aufstieg kann ich mich beim Verfassen dieser Beschreibung Jahre später nicht mehr im Einzelnen erinnern. Ich fühle mich an diesem Tag stark und sicher und genieße die Kletterei. Julian bewegt sich manchmal eher am Rand seines Wohlfühlbereichs. Die Route ist recht einfach zu finden, auch weil es einige neue Markierungen hat. Anhand des Gipfelbuchs können wir rekonstruieren, dass diese wohl ein junger Typ (J.D.) angebracht hat, der sich den Weg für eine möglichst schnelle Begehung ausgesucht und präpariert hat.
Vor dem Erreichen des Grats gibt es einen kurzen Latschenkampf. Am letzten Gipfelaufschwung wählen wir wohl einen ungünstigen Kamin, denn die Kletterei ist hier unverhältnismäßig schwer. Um 13:45 Uhr erreichen wir den Nordgipfel.
Für den Übergang zum Hauptgipfel muss zuerst eine Rinne zu einem schmalen Verbindungsgrat abgeklettert werden. Ziemlich steil und tief pfeift diese Rinne abwärts, lässt sich aber recht leicht beklettern. Auch der Übergang zum und über den Verbindungsgrat ist eher fotogen als wirklich schwierig.
Beim folgenden Aufstieg gibt es noch ein paar Zweifel bezüglich des alten und des neuen Wegs (mein Führer beschreibt den alten Weg), aber die Rampe des neuen Wegs ist ziemlich offensichtlich. Kurz unterhalb des Gipfels muss durch einen tunnelartigen Schlund aus einer steilen Rinne ausgestiegen werden. Das verlangt noch einmal etwas Entschlossenheit. Julians Bereitschaft zu solchem Commitment ist nun bald erschöpft und auch meine von oben hinab gerufene Beteuerung, dass ich das Kreuz nun sehe, zeigt erst Wirkung, als ich erkläre, dass ich es nicht am Horizont sehe, sondern kaum zehn Meter oberhalb. Um 15:10 Uhr sind wir da.
Der Rest ist vergleichsweise leicht und mir von einem früheren Besuch schon bekannt. Wir folgen dem nun gutmütigen Rücken über den P. 2007 bis zur Fritz-Pflaum-Hütte und steigen über das Großer Griesnerkar ab. Der Klang des tollen Gongs am Wanderweg schließt die Tour ab. Acht Stunden nach dem Aufbruch sind wir zurück am Auto.
Mit Verhauer etwa 1400 Hm.